2026 – Francesca Grilli

Werner-Fenz-Stipendium für Kunst im öffentlichen Raum 2026

Francesca Grilli, Record 2024

Francesca Grilli, Record 2024

Francesca Grilli, Record

Francesca Grilli entwickelt für Graz eine ortsspezifische Performance aus ihrer Reihe Record, die das politische Potenzial von Rückzug und Unsichtbarkeit in den Mittelpunkt stellt. Inspiriert von der Figur des Hikikomori denkt das Projekt Isolation nicht als Passivität, sondern als fragile und zugleich kraftvolle Form des Widerstands gegen gesellschaftliche Erwartungen. In einer chorischen Performance mit jungen Teilnehmenden verhandelt die Arbeit Gefühle wie Einsamkeit, Mutlosigkeit und soziale Isolation – Erfahrungen, die allgemein nachvollziehbar sind und dennoch oft verborgen bleiben.
Zwischen öffentlichem und privatem Raum angesiedelt, steht das Projekt in Resonanz mit der Geschichte unabhängiger Kulturpraktiken in Graz ebenso wie mit aktuellen Veränderungen im Bereich Wohnen und den prekären Lebensrealitäten junger Menschen. In dieser Verbindung von gesellschaftlicher Dringlichkeit, emotionaler Sensibilität und ortsspezifischer Umsetzung entspricht die Arbeit in besonderer Weise den Zielsetzungen des Werner-Fenz-Stipendiums.

Francesca Grilli (1978, Bologna, Italien) ist eine Künstlerin, die eine multidisziplinäre Sprache verwendet und sich auf Performances, Videos und Installationen konzentriert. Sie hat an zahlreichen Performance-Kunstfestivals teilgenommen und ihre Arbeiten wurden in einer Vielzahl von Solo- und Gruppenausstellungen in internationalen Museen und Institutionen gezeigt, darunter: Nasjonalmuseet, Oslo (2022), Baltic Circle, Helsinki (2020), Mladi Levi Festival, Ljubjana (2020), Kaunas Biennal (2019), SAAL Biennaal, Tallinn (2019), Santarcangelo Festival (2019–17), Palais De Tokyo, Paris (2017), Biennale von Venedig (2013), MADRE, Neapel (2011), MACRO, Rom (2012), Serpentine Galleries, London (2009), MAMbo, Bologna (2010), und Manifesta 7, Bozen (2008). Grilli lebt in Brüssel.

Text uNd Abbildung: steirischer herbst
Foto: Liliana Simões
STEIRISCHER HERBST